München in 2 Tagen, zu Fuß

Dieser selbstgeführte 2-tägige Fußweg durch München umfasst 26 vertonte Sehenswürdigkeiten in einer einfachen Tag-für-Tag-Reihenfolge. Jeder Tag ist in eine Vormittags- und eine Nachmittagsrunde geteilt, und jeder Stopp hat in der Gingerguide-App eine zwei- bis dreiminütige Audiogeschichte.

Du bestimmst das Tempo: Das ist eine vorgeschlagene Reihenfolge, kein Zeitplan. Lauf sie in 2 Tagen oder streck sie. Ordne frei um; München belohnt Umwege.

Tag 1

Vormittag

  1. Marienplatz: Seit fast neun Jahrhunderten das Herz Münchens: ein ehemaliger Getreidemarkt, gekrönt von einer goldenen Säule von 1638, mit der die Stadt dafür dankte, einen Krieg überstanden zu haben.
  2. Neues Rathaus: Das aufragende neugotische Rathaus, dessen Turm Münchens geliebtes Glockenspiel spielt: 32 Figuren, die zweimal täglich eine Hochzeit von 1568 und einen Tanz nach der Pest nachstellen, ehe ein goldener Hahn kräht.
  3. Frauenkirche: Münchens Wahrzeichen mit zwei Türmen, 1525 mit runden grünen Hauben bekrönt, als das Geld für gotische Turmhelme ausging, und so geliebt, dass die Stadt beschloss, ihre ganze Silhouette darunter zu halten.
  4. Altes Rathaus: Ein märchenhafter weißer gotischer Saal am Ostende des Marienplatz, heute Heimat eines Spielzeugmuseums und einst der Raum, in dem eine Rede von 1938 die Kristallnacht mit entfachte.
  5. Peterskirche: Münchens älteste Pfarrkirche, auf dem Hügel, wo die Stadt ihren Anfang nahm. Steigen Sie die 306 Stufen ihres Turms hinauf für den schönsten Blick der Stadt und begegnen Sie im Inneren dem juwelengeschmückten Skelett einer Heiligen.
  6. Viktualienmarkt: Münchens Speisekammer unter freiem Himmel seit 1807, als ein König die Essensstände vom Marienplatz vertrieb: über hundert Händler, ein Biergarten, der seine Biere im Wechsel ausschenkt, und Brunnen zu Ehren der liebsten Clowns der Stadt.
  7. Asamkirche: Eine Explosion aus Gold und Stuck des achtzehnten Jahrhunderts, hineingezwängt auf ein gerade einmal acht Meter breites Grundstück: die private Kirche, die zwei Brüder und Barockmeister neben ihrem eigenen Haus errichteten, um niemandem zu gefallen als sich selbst.

Nachmittag

  1. Michaelskirche: Die große weiße Jesuitenkirche, erbaut, um Bayern für Rom zurückzugewinnen, oben ein weites, stützenloses Gewölbe und unten das blumenübersäte Grab Ludwigs II., des Märchenkönigs.
  2. Hofbräuhaus: Die berühmteste Bierhalle der Welt, 1589 als private Brauerei eines Herzogs gegründet und 1828 für die Öffentlichkeit geöffnet – tausend Menschen, ein gewölbter Saal und Bier literweise.
  3. Münchner Residenz: Fünf Jahrhunderte Wittelsbacher Macht, in einem Palast aufgetürmt: ein 66 Meter langer Renaissancesaal mit bemalten Decken und mehr als 130 Räume, aus den Trümmern von 1944 Stich für Stich wieder aufgebaut.
  4. Cuvilliés-Theater: Ein Schmuckkästchen vergoldeter Rokoko-Logen, in dem Mozart 1781 Idomeneo uraufführte, sein geschnitztes Inneres wurde im Krieg abgeschraubt und versteckt, dann wieder aufgebaut, original, aber an einem neuen Ort.
  5. Theatinerkirche: Ein Stück barockes Rom, mitten auf den Odeonsplatz gesetzt – die buttergelbe Hofkirche, die eine italienische Prinzessin für die Geburt ihres Sohnes zu bauen gelobte, und die Gruft der bayerischen Könige.
  6. Feldherrnhalle: Eine steinerne Loggia im italienischen Stil, die König Ludwig I. zu Ehren der bayerischen Feldherren errichten ließ; später Schauplatz von Hitlers gescheitertem Putsch von 1923 und einer stillen Verweigerung in einer Seitengasse, die heute in Bronze markiert ist.

Tag 2

Vormittag

  1. Nationaltheater: Der von einem Tempelgiebel gekrönte Sitz der Bayerischen Staatsoper, zweimal abgebrannt und zweimal wiederaufgebaut, die Bühne, auf der Wagners Tristan und die ersten beiden Ring-Opern zum allerersten Mal erklangen.
  2. Maximilianstraße: Der Boulevard, den ein König in den 1850er-Jahren eigens als Kunstwerk erdachte, in einem brandneuen Stil, den er nach sich selbst benannte – heute gesäumt von den teuersten Luxusboutiquen Deutschlands und am Parlament endend.
  3. Hofgarten: Der herrschaftliche Hofgarten der bayerischen Herrscher hinter der Residenz; sein zentraler Pavillon wird nicht, wie alle vermuten, von Diana bekrönt, sondern von einer bronzenen Bavaria, die das Korn und das Salz des Landes darbietet.
  4. Alte Pinakothek: Eine der großen Galerien alter Meister der Welt, 1836 von Ludwig I. erbaut, mit mehr Rubens als irgendwo sonst und einer Bombennarbe, die in ehrlichem Backstein geflickt wurde und sich weigert, den Krieg zu verbergen.
  5. Königsplatz: Ein neoklassizistischer Platz, der zweimal in Szene gesetzt wurde: das heitere „Athen an der Isar“ von König Ludwig I., später von den Nationalsozialisten zum Aufmarschplatz gepflastert und dann wieder mit Rasen versehen, sein dunkles Kapitel bewusst nicht getilgt.
  6. Glyptothek: König Ludwigs I. Tempel der antiken Skulptur am Königsplatz – Heimat der griechischen Krieger von Ägina, in Rom zunächst mit neuen Gliedern 'restauriert' und später wieder auf ihre ehrlichen Ruinen zurückgeführt.
  7. NS-Dokumentationszentrum: Münchens Dokumentationszentrum zur Geschichte des Nationalsozialismus, ein schlichter weißer Kubus, errichtet an der Stelle der einstigen Reichszentrale der NSDAP: ein Ort des Lernens und des Erinnerns, keine Sehenswürdigkeit.

Nachmittag

  1. Englischer Garten: Einer der größten Stadtparks der Welt, 1789 auf die Idee eines in Amerika geborenen Grafen hin für alle geöffnet – kilometerweite Wiesen entlang der Isar, ein Biergarten an einer Pagode und Surfer auf dem Fluss.
  2. Eisbachwelle: Mitten in einer Stadt ohne Zugang zum Meer wirft ein künstlicher Arm der Isar eine dauerhafte stehende Welle auf, auf der Münchens erfahrene Flusssurfer seit den 1970er Jahren einer nach dem anderen reiten.
  3. Deutsches Museum: Eines der größten Wissenschafts- und Technikmuseen der Welt, auf einer Insel in der Isar: eine zum Anfassen gebaute Kathedrale der Maschinen, vom begehbaren Kohlebergwerk bis zum Blitz unter dem Dach, von seinem Gründer an dessen 70. Geburtstag eröffnet.
  4. Schloss Nymphenburg: Das weitläufige barocke Sommerschloss der bayerischen Könige, 1664 zur Feier der Geburt eines Thronfolgers begonnen, mit einer Galerie von 36 Schönheiten, dem Geburtsort Ludwigs II. und einem Park voller versteckter Lusthäuser.
  5. Olympiapark: Der grüne Olympiapark der „heiteren“ Spiele von 1972, unter einem berühmten, schwebenden Zeltdach und einem 291 Meter hohen Turm, ein Ort des überschwänglichen Optimismus und des Gedenkens an das Massaker, das ihn zerbrach.
  6. KZ-Gedenkstätte Dachau: Die Gedenkstätte auf dem Gelände des ersten nationalsozialistischen Konzentrationslagers, eröffnet 1933: ein Ort der Dokumentation und des Erinnerns, bewahrt, damit das, was hier geschah, niemals vergessen wird.

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