Berlin in 3 Tagen, zu Fuß
Dieser selbstgeführte 3-tägige Fußweg durch Berlin umfasst 43 vertonte Sehenswürdigkeiten in einer einfachen Tag-für-Tag-Reihenfolge. Jeder Tag ist in eine Vormittags- und eine Nachmittagsrunde geteilt, und jeder Stopp hat in der Gingerguide-App eine zwei- bis dreiminütige Audiogeschichte.
Du bestimmst das Tempo: Das ist eine vorgeschlagene Reihenfolge, kein Zeitplan. Lauf sie in 3 Tagen oder streck sie. Ordne frei um; Berlin belohnt Umwege.
Tag 1
Vormittag
- Brandenburger Tor: Berlins bekanntestes klassizistisches Monument, 1791 erbaut, steht als bleibendes Symbol für die deutsche Teilung, die Wiedervereinigung und den Sieg der Demokratie.
- Reichstagsgebäude: Deutschlands arbeitendes Parlament, gekrönt von Norman Fosters ikonischer Glaskuppel von 1999, mit kostenlosem Panoramablick vom Dach und einem spiralförmigen Gang durch 130 Jahre bewegte deutsche Geschichte.
- Holocaust-Mahnmal: Ein Feld aus 2.711 Betonstelen, entworfen von Peter Eisenman, das ein beunruhigendes Labyrinth bildet und der sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust gedenkt, mit einem unterirdischen Informationszentrum.
- Gedenkstätte Berliner Mauer: Der bedeutendste erhaltene Abschnitt der Berliner Mauer an der Bernauer Straße, mit dem originalen Todesstreifen, einem Dokumentationszentrum und der Kapelle der Versöhnung auf dem Gelände einer von der DDR gesprengten Kirche.
- Checkpoint Charlie: Der berühmteste Grenzübergang des Kalten Krieges zwischen Ost- und West-Berlin, wo sich 1961 amerikanische und sowjetische Panzer gegenüberstanden, heute ein großer Besuchermagnet mit nachgebautem Wachhaus und dem Mauermuseum.
- East Side Gallery: Ein 1,3 Kilometer langer erhaltener Abschnitt der Berliner Mauer an der Spree, nach dem Mauerfall 1989 von 105 internationalen Künstlern bemalt, die größte Freiluftgalerie der Welt.
- Pergamonmuseum: Das Kronjuwel der Museumsinsel, Heimat des monumentalen Pergamonaltars von 165 v. Chr., des babylonischen Ischtar-Tors und des Markttors von Milet, derzeit bis 2037 in umfassender Sanierung mit teilweisem Zugang.
- Neues Museum: Heimat der 3.300 Jahre alten Nofretete-Büste, Ägyptens meistgefordertem Kulturschatz, und ein Restaurierungsmeisterwerk von David Chipperfield, das die Ruine neben dem Neuen bewahrt.
Nachmittag
- Altes Museum: Schinkels klassizistisches Meisterwerk von 1830, das Berlins griechische und römische Antikensammlung beherbergt und mit einer prachtvollen, dem römischen Pantheon nachempfundenen Rotunde glänzt.
- Bode-Museum: Ein eindrucksvolles Museum an der Inselspitze mit byzantinischer Kunst, einer der großen Münzsammlungen der Welt und einer außergewöhnlichen Fülle mittelalterlicher und Renaissance-Skulptur in palastartigem Barockrahmen.
- Alte Nationalgalerie: Ein Museum in Gestalt eines griechischen Tempels, das Berlins schönste Sammlung deutscher und europäischer Kunst des 19. Jahrhunderts beherbergt, darunter Meisterwerke von Caspar David Friedrich und Adolph Menzel.
- Museumsinsel: Ein UNESCO-Welterbe, eine schmale Insel in der Spree mit fünf Museen von Weltrang, die 6.000 Jahre menschlicher Kunst und Zivilisation umspannen, Berlins unbestrittenes kulturelles Herz.
- Berliner Dom: Die imposante evangelische Kathedrale von 1905 auf der Museumsinsel, Ruhestätte der Hohenzollern-Dynastie mit 94 königlichen Sarkophagen und mit einem lohnenden Aufstieg zur Kuppel samt Panoramablick.
- Schloss Charlottenburg: Berlins größtes und schönstes Barockschloss, im 17. Jahrhundert für Königin Sophie Charlotte erbaut, mit vergoldeten Prunkräumen, dem berühmten Porzellankabinett und weitläufigen Schlossgärten.
- Tiergarten: Berlins weitläufiger zentraler Park, 200 Hektar einstiges königliches Jagdrevier, verwandelt in eine öffentliche grüne Lunge, mit der Siegessäule, Biergärten und dem Sowjetischen Ehrenmal.
Tag 2
Vormittag
- Siegessäule: Eine 67 Meter hohe goldene Säule, gekrönt von der geflügelten Siegesgöttin Victoria, der 'Goldelse', im Herzen des Tiergartens, mit Panoramablick über Berlin von der Aussichtsplattform nach 285 Stufen.
- Topographie des Terrors: Eine kostenlose Ausstellung im Freien und im Inneren auf dem Gelände der einstigen Gestapo- und SS-Zentrale, die die Mechanismen des NS-Terrors dokumentiert, neben einem erhaltenen Abschnitt der Berliner Mauer.
- Jüdisches Museum Berlin: Daniel Libeskinds zerklüftetes Zink-Meisterwerk, ein Gebäude, das selbst eine Argumentation ist, zeigt 2.000 Jahre jüdisches Leben in Deutschland durch Leerräume, Achsen und verstörende Räume.
- Tempelhofer Feld: Ein ehemaliger Flughafen aus der NS-Zeit, verwandelt in einen weiten öffentlichen Park, Schauplatz der Berliner Luftbrücke 1948-49, heute 386 Hektar frei zugängliche Wiese, Radwege, Gemeinschaftsgärten und städtische Freiheit.
- Potsdamer Platz: Einst der belebteste Platz Europas, dann Niemandsland im Todesstreifen der Berliner Mauer, wurde der Potsdamer Platz nach 1990 von Grund auf neu errichtet, zu einem glänzenden Stadtquartier aus Glastürmen und dem Sony Center.
- Gendarmenmarkt: Berlins schönster und harmonischster Platz, gerahmt vom Französischen Dom, dem Deutschen Dom und Schinkels großartigem Konzerthaus, besonders zauberhaft während des winterlichen Weihnachtsmarkts.
- Humboldt-Universität: 1810 von Wilhelm von Humboldt gegründet, bildete eine der größten Universitäten Deutschlands Karl Marx, Friedrich Engels, Georg Wilhelm Friedrich Hegel und 29 Nobelpreisträger aus.
- Bebelplatz: Der 'Platz der Bücherverbrennung', wo die Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 20.000 Bücher verbrannten, heute markiert durch Micha Ullmans eindringliche unterirdische leere Bibliothek, sichtbar durch ein Glasfenster im Pflaster.
Nachmittag
- Unter den Linden: Berlins prächtigster historischer Boulevard, 1,5 km lindenbestandene Promenade vom Brandenburger Tor bis zur Museumsinsel, gesäumt von Botschaften, Palästen und Kulturinstitutionen.
- Kurfürstendamm (Ku'damm): Der prägende Boulevard West-Berlins, 3,5 km gehobene Geschäfte, Hotels und Restaurants, verankert an der ausgebombten Ruine der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, einem trotzigen Symbol des Wiederaufbaus nach dem Krieg.
- Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche: Die ausgebombte Ruine einer wilhelminischen Kirche, bewusst als Mahnmal gegen den Krieg bewahrt, 'der Hohle Zahn', neben einer beeindruckenden neuen achteckigen Kirche mit tiefblauen Fenstern aus Chartres-Glas.
- KaDeWe: Das Kaufhaus des Westens, Europas größtes Warenhaus, 1907 eröffnet, legendär für seine Feinschmeckeretage in der siebten Etage mit über 34.000 Lebensmitteln und Getränken sowie Panoramablick.
- Hackescher Markt & Hackesche Höfe: Ein lebendiger Mittelpunkt des Scheunenviertels mit den Jugendstil-Höfen der Hackeschen Höfe von 1906, Galerien, Boutiquen, Cafés und dem wiederhergestellten Erbe der jüdischen Gemeinde Berlins aus der Vorkriegszeit.
- Alexanderplatz: Der zentrale öffentliche Platz Ost-Berlins, mit der Weltzeituhr aus DDR-Zeiten, die die Zeit in 148 Städten anzeigt, dem 368 Meter hohen Fernsehturm und der monumentalen Architektur des sozialistischen Staates, heute alles voller Betrieb und Handel.
- Berliner Fernsehturm: Mit 368 Metern der ganze Stolz der DDR und das höchste Bauwerk Deutschlands, mit einem Drehcafé auf 207 Metern und dem in der Kugel gespiegelten Kreuz der 'Rache des Papstes', das die West-Berliner erfreute.
Tag 3
Vormittag
- Prenzlauer Berg: Das charmanteste Viertel Ost-Berlins, ein Raster aus Mietshäusern des späten 19. Jahrhunderts und baumbestandenen Straßen, mit dem Markt am Kollwitzplatz, dem Flohmarkt im Mauerpark und dem Brauereikomplex Kulturbrauerei.
- Kreuzberg: Berlins vielfältigstes und kulturell lebendigstes Viertel, eine einstige Enklave direkt an der Mauer, die zur Punk- und Alternativhauptstadt West-Berlins wurde, heute eine lebendige Mischung aus türkischer Gemeinde, Street-Art und Nachtleben.
- Deutsches Historisches Museum: Deutschlands führendes Geschichtsmuseum im prachtvollen barocken Zeughaus von 1695 Unter den Linden, das 2.000 Jahre deutscher Geschichte nachzeichnet, mit einer markanten gläsernen Wendeltreppenhalle von I. M. Pei.
- Neue Wache: Schinkels klassizistisches Wachhaus von 1818, heute Deutschlands zentrale Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, mit Käthe Kollwitz' herzzerreißender Skulptur einer Mutter mit ihrem toten Sohn.
- Berliner Philharmonie: Hans Scharouns revolutionärer Konzertsaal von 1963, Heimat der Berliner Philharmoniker, wo das Orchester in der Mitte spielt, vom Publikum auf allen Seiten umgeben, einer der großartigsten Konzertsäle der Welt.
- Die Spree: Der Fluss, der Berlin prägt, Bootstouren ab der Museumsinsel zeigen die historischen Wahrzeichen der Stadt vom Wasser aus, vom Reichstag und Kanzleramt bis zur East Side Gallery und dem Quartier Media Spree.
- Grunewald & Wannsee: Berlins weitläufiges Wald- und Seengebiet im Südwesten, 3.000 Hektar Kiefernwald, der seit den 1920er Jahren beliebte Badesee Wannsee und die Villa der Wannseekonferenz von 1942, auf der der Holocaust geplant wurde.
Nachmittag
- Glienicker Brücke: Die 'Brücke der Spione' über die Havel zwischen Berlin und Potsdam, wo im Kalten Krieg Gefangenenaustausche stattfanden, darunter 1962 der Austausch des U-2-Spionagepiloten Francis Gary Powers.
- Nikolaiviertel: Berlins ältestes Viertel, von der DDR zum 750. Stadtjubiläum 1987 wiederaufgebaut, im Mittelpunkt die doppeltürmige Nikolaikirche und das Knoblauchhaus, Berlins einziges erhaltenes Biedermeier-Bürgerhaus.
- Hamburger Bahnhof: Ein ehemaliger Kopfbahnhof von 1847, verwandelt in eines der führenden Museen für Gegenwartskunst in Deutschland, mit der Sammlung Marx von Beuys, Warhol und Basquiat in einer spektakulären Glas-Eisen-Halle.
- Regierungsviertel: Berlins demokratisches Nervenzentrum, Reichstag, Bundeskanzleramt, Paul-Löbe-Haus und das Schloss Bellevue des Bundespräsidenten, alle an der Spreebogen-Kurve versammelt in einem markanten Ensemble demokratischer Architektur der Nachwendezeit.
- Schloss Sanssouci (Potsdam): Friedrichs des Großen Sommerrefugium in Potsdam, ein Rokoko-Meisterwerk über terrassierten Weinbergen, umgeben von einem weitläufigen Park aus Schlössern und Gärten, der nur 30 Minuten vom Berliner Zentrum entfernt UNESCO-Welterbe ist.
- Zoologischer Garten Berlin: Deutschlands ältester Zoo, 1844 im westlichen Tiergarten gegründet, Heimat von über 20.000 Tieren und 1.500 Arten, darunter das berühmte Panda-Gehege, angrenzend an das historische Aquarium und den Bahnhof Zoo.
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